Begründer der Stilrichtung:
            
Chojun Miyagi
 
  Hervorgegangen aus:
            
Naha-te
 
  Kata dieser Stilrichtung:
            
Sanchin, Tensho, Saifa, Seienchin, Shisochin, Sanseiru, 
          Seisun, Seipai, Kururunfa, Suparimpei
 

  

  

Entstehung der Stilrichtung Goju Ryu
 
Eine der 4 großen japanischen Karate-Stilrichtungen. Ihr scheinbar paradoxer Name (Go = stark, männlich; Ju = weich, sanft, weiblich) weist auf ihre Ursprünge hin, dem sanften chinesischen Chuan Fa (Kung Fu) und dem harten, starken Okinawa-Te. Begründer des Stils war Higaonna Kanryo aus Okinawa, der "Heilige des Fausschlags". Miyagi Chojun (Kyoto), der bei Higaonna lernte, entwickelte die Schule weiter und benannte sie Goju-Ryu, als er sie 1935 in Japan vorstellte. Yamaguchi, die "Katze", verbreitete den Stil außerhalb Japans. Die Stellungen haben eine Zentrierung der Körpermitte zum Schwerpunkt, die Wege sind kurz. Auf harte Angriffe erfolgt "weiche" ausweichende Abwehr.
(Quelle: Karate - die offiziellen Regeln, Falken-Verlag)
 
Goju-Ryu ist eines der vier großen japanischen Karate-Systeme mit okinawanischem Ursprung, aus dem Naha-te entwickelt. Ursprünglich teilte sich das Naha-te, aus welchem das Goju-Ryu entsprang, in zwei Richtungen: Ason und Waichinzan. Die Ason-Linie erlosch mit ihrem letzten Meister Tomigusuku. Die Linie Waichinzan vererbte sich über Meister Higashionna und Meister Miyagi ins heutige Goju-Ryu weiter.
 
Der Name Goju-Ryu wurde zum ersten Mal im Jahre 1929 verwendet. Als in demselben Jahr in Japan eine große Demonstration aller japanischen Kampfkünste stattfand, schickte der Meister seinen Schüler Shinzato Jin'n-an, um ihn zu vertreten. Alle Anwesenden waren Vertreter berühmter japanischer Kampfkunstschulen. Als ein Reporter Meister Shinzato fragte, welchen Stil er vertrete, wußte dieser zunächst keine Antwort. Auf Okinawa war es nicht üblich, daß die jeweilige Kunst des Meisters einen eigenen Namen hatte. Alles wurde in den Überbegriffen Shorin-ryu (Shuri-te und Tomari-te) und Shorei-ryu (Naha-te) zusammengefaßt. Shinzato überlegte schnell und sagte, sein Stile trage den Namen Hanko-ryu (Hanko bedeutet "halb-schwierig"). Auf Okinawa erzählte er Meister Miyagi von dem Vorfall, und dieser, auch ein Meister der Poesie und Dichtkunst, zitierte daraufhin einen Satz aus den "Acht Epen der chinesischen Fäuste" (Bubishi): "Alles im Universum atmet hart und weich". Aus diesem Zitat stammt der Name Goju-Ryu (Go-Ju bedeutet hart-weich). 1935 kehrte Meister Miyagi endgültig nach Okinawa zurück und unterrichtete dort bis zum Ende seines Lebens. Im Jahre 1952 wurde die Vereinigung für das okinawanische Goju-Ryu gegründet. Ein Jahr später, am 8. Oktober 1953, starb der Meister. Er hinterließ sowohl auf Okinawa als auch in Japan mehrere bedeutende Schüler. Doch sofort nach dem Tod des Meisters begann die Auflösung des Goju-Ryu. Es war der Beginn eines ewigen Streites zwischen den Schulen, der sich bis in die heutige Zeit fortsetzt.
 
Tobias Schweizer
Stilrichtungsreferent
Goju-Ryu
(Quelle: http://www.karate-bayern.de/goju-ryu)